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Frühlingsflirt

- Waterkant-Liebesroman -

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Ein Kater auf der Wanderschaft

Charlie zieht es immer wieder nach Nordholz

von Manfred Theßmann

 

Charlie ist ein Kater, der mit allen vier Pfoten im Leben steht. Er ist ein freiheitsliebendes Tier mit Charakter. So nimmt er die von Menschenhand gestellten Annehmlichkeiten des täglichen Lebens gerne an, er braucht sie aber nicht. Wer dann in irgendeiner Weise Dank erwartet, liegt bei Charlie schief. Er hatte ja nicht darum gebeten. Der knurrige, konservativ eingestellte Mäusefänger mag Veränderungen nicht. So wie es am Anfang war, ist es in Ordnung, so soll es bleiben, so ist es gut.

Zeitungsartikel Charlie

Deshalb hat Charlie seiner Familie den Umzug ins neue Haus von Nordholz nach Cappel-Neufeld nicht verziehen. Renate Werner, Dieter Martens, die Katzten Jette, Jona und Hund Emily, seine Familie also, sind von heute auf morgen in eine total fremde Gegend gezogen. 

Das hat den sonst schon nicht besonders freundlichen Charlie nicht fröhlicher gestimmt, und er beschloss, das nicht mit sich machen zu lassen. Am 1. September 2000, bei dunkler Nacht und klarer Sicht wagte er durch die Katzenklappe den Ausbruch aus der ungewohnten Umgebung. Vier Wochen galt Charlie dann als verschollen.
Bei den ehemaligen Nachbarn in Nordholz tauchte eines Tages ein ziemlich zerzauster ausgehungerter Kater auf. Die Familie Bathmann war ihm bekannt, weil er sich dort schon öfter "eingemietet" hatte. Es war ihm deutlich anzusehen, dass ihn der Ausflug arg mitgenommen hatte. Nach einer Erstversorgung mit einer doppelten Portion Katzenfutter und diversen Streicheleinheiten wurde er zurück nach Cappel-Neufeld gebracht. Ganze zwei Wochen hat er es dort ausgehalten.

Als er diesmal wieder in Nordholz auftauchte, war Charlie nicht mehr der alte. Er hatte ein großes Stück von seinem Schwanz verloren. Die tierärztliche Versorgung ließ er ohne mit den Barthaaren zu zucken über sich ergehen.

Bis heute ist Charlie 52 Mal abgehauen und nach Nordholz marschiert. Jetzt braucht er für die 10 Kilometer nur noch Stunden. Aber erst nachdem er seine "Besorgungen" gemacht hat, meldet er sich wie immer bei seinen Freunden in der Jägerstraße.

Es könnte ein Schuss Zigeunerblut in seinen Adern sein, das Charlie immer wieder auf Tour treibt. Tierärzte, Tierfreunde und Katzenspezialisten sind ratlos.

 

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"Charlie löppt"

 

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